Domaine Philippe Chatillon, Poligny

Macvin du Jura

Abgefahrener Aperitif/Likörwein auf Basis von biodynamisch-harmonisiertem, nicht geschwefeltem, spontanvergorenem Savagnin-Traubenmost, teilweise vergoren mit Eau de Vie de Marc (Trester) von einem Winzer, der sich vor einigen Jahren mit 4 ha. selbständig gemacht hat, nachdem er einen der renommiertesten Biobetriebe im Jura als Kellermeister unter sich hatte. (Haben vor Ort auch noch einen gereiften Vin Jaune seiner alten Wirkungsstätte aus den 1970er Jahren probieren dürfen…) Klar, süß, 17%, komplex-wermutartige Aromen, Kräuter, Nüsse, reife, getrocknete Birnen, Rose, ohne die Spontanhefe und natürlichen Savagninnoten zu überdecken. Echt abgefshrenes Getränk, so extrem vielschichtig und lang vibrierend am Gaumen, kann ich jedem nur empfehlen, mal zu probieren. Super auch zu Desserts mit Schoko, Nusskuchen oder Käse (natürlich Comté oder Morbier)

Château des Tours: Côtes-du-Rhône Réserve 2013

Burgundisch transparent kommt dieser Côte du Rhone mit einer opulent gereiften Nase nach Brombeeren, Erdbeeren, dezent animalisch mit feinen Graphitnoten daher. Am Gaumen dann noch Schwarzkirschenmarmelade, Pfeffer und Tabak. Klar, gereift, aber dennoch super präzise könnte sich mancher Châteauneuf in diesem Alter davon ein Scheibchen abschneiden… Lang, ätherisch mit feinen Kräuternoten strahlt er immer noch eine deutliche Frische aus. Das macht Spaß! Im Archè Genio Allroundglas öffnen sich die Aromen wunderbar vielschichtig, passend wie die Faust aufs Auge zu diesem transparenten Wein. Win-Win!

Weingut Schneider, Endingen: Chardonnay Spätlese Floh 2015

Wow! Blind sofort in Richtung Chassagne oder Meursault verortet, brauchte dieser Chardonnay erst mal sieben Jahre. Vor einiger Zeit noch sehr opulent-alkoholisch, jetzt wunderbar frische, kalkig-mineralische Nase (ja, ich weiß, Kaiserstuhl, Vulkan und so…), am Gaumen stoffig mit reifer Frucht, mit genau dieser mineralischen Salzigkeit. Extrem harmonisch und lang. Geht doch, Deutschland!

Josephus Mayr St. Magdalener ‚Heilmann‘ 2019


Über 25 Jahre alte Reben, hohe Stockdichte, bewusst geringer Ertrag bei traditioneller Pergolaerziehung, schonender Ausbau ohne Spritzmittel…
Dieser Magdalener ist viel zu jung. Dennoch präsentiert er sich wunderbar authentisch, auch das Holz zeigt sich positiv als Verbindung von Vanilleschoten, Kakaobohnen und würziger Bitterschokolade. Es steuert feine Cremigkeit bei und legt sich nicht störend über vernatschmitetwaslagreintypische Aromen von Bittermandel, reifer Schwarzkirsche, Rose. Aber auch ätherische Noten, Latschenkiefer, sorgen für Frische und lassen den Wein durchaus filigran rüberkommen. Super fein geschliffene Tannine, trotz Holzwürze/Süße extrem trocken wirkend. Es bleiben im Abgang lang die frischen, ätherischen Noten. Da leg ich mir ein paar Fläschchen hin um zu sehen, wie sich sowas aromenverschmolzen in 10 Jahren präsentiert.

Bollinger RD 2000

Degorgiert Januar 2009.

In der Nase sehr reife gelbe Früchte, Anklänge an frisch gerösteten Kaffee und Rauch. Am Gaumen schlägt der Kaffee vollends zu. Daneben Brioche/Hefegebäck, lang anhaltende Frucht und Röstnoten kommen hinzu. Mit cremiger Textur gehen fein vibrierende Mineralität, elegante Säure und Frische einher.

Steht grad extrem gut da. Harmonie zwischen Fülle und mineralischer Vibration.

Dennoch a weng international-geschliffen. Mir fehlt etwas ‚Verve‘. ⭐️⭐️⭐️⭐️ von 5 Sternen.

Saint Cosme Crozes Hermitage 2015

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Sehr schöne dichte Syrah-Nase nach reifen schwarzen Beeren, daneben Zigarrenkiste, Pferdesattel, animalisch-pfeffrig. Alles was ein Syrah braucht. Am Gaumen tief, lang, reife Fruchtsüße, noch etwas fordernd-tanninig, gibt sich nach zwei Stunden in der Karaffe. Biss, lang und vibrierend, authentisch, sehr schön!